Körber-Preis 2019
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Professor Dr. 
Bernhard Schölkopf

Bernhard Schölkopf, 51, wuchs in Filderstadt nahe Stuttgart auf. Sein Vater war Maurermeister und später Bauunternehmer, die Mutter Hausfrau. Freunde der Eltern bezeichneten den eher zurückhaltenden Jungen als ›kleinen Professor‹. Bereits in der Schulzeit entdeckte Schölkopf seine Liebe zu den Zahlen. Nach dem Abitur (1987) studierte er in Tübingen und London Physik, Mathematik und Philosophie. 1997 promovierte er in Computerwissenschaften an der TU Berlin. 

Prägend für Schölkopfs Karriere war ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, das ihn an die amerikanischen Bell Labs brachte. Dort half er seinem späteren Doktorvater Vladimir Vapnik, sogenannte Support Vector Machines zur Anwendungsreife zu entwickeln. Nach der Promotion arbeitete Schölkopf für Microsoft Research im britischen Cambridge. Dort lernte er auch seine spätere Frau, eine spanische Illustratorin, kennen, mit der er drei Kinder hat. Sie hat zu einer seiner Ideen – einem Jungen, der auf einem Kometen reitet und Sternschnuppen über unserem Planeten verstreut – einen Bildband veröffentlicht. 

Nach weiterer Tätigkeit beim New Yorker Biotech-Start-up Biowulf wurde Schölkopf 2001 zum Direktor des Max-Planck--Instituts (MPI) für biologische Kybernetik in Tübingen berufen. 2011 zählte er zu den Gründungsdirektoren des Tübinger MPI für intelligente Systeme. Mit seinen stark mathematisch geprägten Arbeiten zum Thema Maschinelles Lernen hat Schölkopf Weltruhm erlangt. Er ist in wissenschaftlichen Publikationen zu diesem Thema der am häufigsten zitierte deutsche Forscher und zählt zu den zehn weltweit bedeutendsten Computerwissenschaftlern. Schölkopf wurde bereits mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet – darunter 2018 mit dem Leibniz-Preis.

Weiterhin setzt er sich stark dafür ein, Deutschland als KI-Standort zu fördern: Schölkopf ist Mitgründer des ›Cyber Valley‹ im Raum Stuttgart-Tübingen – ein KI-Hotspot, an dem inzwischen auch große IT-Firmen aus den USA Forschungszentren errichtet haben. Im geplanten ELLIS-Programm (European Laboratory for Learning and Intelligent Systems) will er führende europäische Standorte besser miteinander vernetzen. Zu Schölkopfs Hobbys zählt die Musik, er spielt Klavier und singt im Chor. Sein Lieblingskomponist ist Johann Sebastian Bach.