Körber-Preis 2019
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Ein Schölkopf-Team arbeitet an einem Tischtennis-Roboter, der seine Spielfertigkeit durch Nachahmung und Training ständig optimiert. Eines Tages soll er menschlichen Spielern Paroli bieten können.   

Auch mehrere Schölkopf-Teams arbeiten an der neuen Forschungsrichtung ›verstärkendes Lernen‹: Im Keller des Tübinger Instituts steht eine Tischtennisplatte mit zwei Roboterarmen. Zunächst können die Arme lediglich den Schläger halten. Sie haben keine Ahnung, wie Tischtennis zu spielen ist, sollen dies aber ebenfalls eigenständig nach der Versuch-Irrtum-Methode lernen. »Wir werden sie mit einer Lernsoftware füttern, die sie befähigt, aus ihren eigenen Fehlern zu lernen und die richtigen Schlüsse zu ziehen«, sagt Schölkopf. »Damit können sie dann die ganze Nacht üben, und am nächsten Morgen werden sie schon viel besser spielen.« Das Team hofft, dass der Tischtennis-Roboter eines Tages so leistungsfähig wird, dass er menschliche Spieler besiegt.


DER KI-STANDORT DEUTSCHLAND MUSS SICH GEGEN HARTE KONKURRENZ AUS DEN USA UND CHINA BEWÄHREN 

Dank der rasanten Fortschritte hat KI in den letzten Jahren auch deutlich an wirtschaftlicher Relevanz gewonnen. »Hiesige Forscher sind in großer Sorge, dass Länder wie China und die USA stärker in KI investieren und viel stärker strategisch denken«, sagt Schölkopf. Er setzt sich engagiert dafür ein, Deutschland als KI-Standort zu stärken und in der harten internationalen KI-Konkurrenz zu einer Spitzenstellung zu verhelfen. Schölkopf ist Mitgründer des inzwischen weltweit renommierten ›Cyber Valley‹ in der Region Stuttgart-Tübingen – eines vom Land Baden-Württemberg geförderten KI-Kompetenzzentrums, das neben großen deutschen Technologiekonzernen auch große IT-Firmen aus den USA einbinden konnte.


Cyber Valley ist eine der größten Forschungskooperationen Europas auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) mit Partnern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.